Deutsche Küste > Nordsee > Insel Borkum







Zeichnung von Borkum, 1805 angefertigt; Stich von Le Coq um 1805

Westerems-Bake (Das Kleine Kaap)

    Position: 53°35´N 06°40´O    Standort: Borkumer Westland
    Errichtet: 1634






1634
   Auf Borkum wurden 1634 zwei Kapen gebaut, die in Deckpeilung mit dem damaligen Kirchturm der Insel gebracht, die Schiffahrt vor der Hubertplate sicherten bzw. das Auffinden der Ansegelungstonne der Osterems erleichterten. ...
1794

["Ostfrieß- und Harrlingerland" von Johann Conrad Freese, Aurich 1796}

   ... Es bereiste eine Kommission aus dem Magistrat der Stadt Emden, mit Zuziehung des Deichkommissair Bley die Insel Borkum, um, dem Antrage der Admiralität gemäß, zu untersuchen, ob es mehrern Nuzzen bringen würde, die Feuerbake an einen andern Ort zu versezzen. Es fand sich indessen gar keine bessere Stelle dazu, daher sie denn auf ihrem bisherigen Plaz gelassen wurde.
   Dagegen ließ der Magistrat mit den Kaapen im Jahre 1794, zum Besten der Schiffarth eine Veränderung vornehmen. Die Kleine Kaape wurde für die, welche die Wester-Ems befahren wollen, versetzt.
Es muß ein Schiffer, welcher hereinsegeln will, solche kleine Kaape grade in den Borkumer Kirchthurm bringen, und solchergestalt bis zur Bucht von Borkum fahren.

1864


Betonnung der Westerems

Einkommend an Steuerbord zu halten: Schwarze Boyetonne mit einem Ballon von 2 Fuß Durchmesser, bezeichnet W 1.
Kleine Kaap auf Borkum in einer Linie mit dem dortigen Thurm und die Kaapen auf Rottum ca. 30 Fuß auseinander.

Einkommend an Backbord zu halten: Weiße Boyetonne an der Geldsackplate.
Kleine Kaap auf Borkum und der Thurm ca. 6 Fuß auseinander und die beiden Kaapen auf Rottum in einer Linie.
1865


Leuchtfeuer und Landbaken auf der Insel Borkum
["Bremer Handelsblatt" No. 803 v. 2. März 1867 ]
(Nach einer amtlichen Erhebung v. 1865)

   



... 3.    Das Kleine-Kaap, vom Leuchtthurme 2108 Fuß hannoversch (616 m)entfernt,
unter 53°35´,4 N. Breite und 6°39´,6 Oestl. Länge:
eine rothe sechsseitige eiserne Pyramide mit schwarzem Heck.


(1 Hannoversch Fuß = 292,1 mm)

© TU Berlin Architekturmuseum, Inv.Nr. 50867


Nach dieser Handzeichnung von Friedrich Koch hatte das Kleine Kaap eine Höhe von über 76 Fuß, also war das Kaap höher als 22 m.
1870
   1870, im deutsch-französischen Krieg, ließ Preußen, zu dem Ostfriesland ab 1866 wieder gehörte, diese Baken abbauen, um französischen Kriegsschiffen keine Navigationshinweise zu geben.
1872
1872, nach Gründung des Reiches, wurden als Ersatz die 4 neuen gemauerten Kaapen errichtet.
1872
Steinerne Baken errichtet

   1872, nach Gründung des Reiches, wurden aus rotem Klinker 4 neue Baken errichtet, die "Kaapen". Deren Baukosten wurden den Franzosen als Kriegsentschädigung angelastet.
   Das Kleine Kaap diente den Schiffsführern dazu, die Einfahrt in das Riffgat-Fahrwasser zu finden. Hierzu war das Schiff in eine Linie, eine sogenannte Deckpeilung, mit der Bake und dem alten Leuchtturm zu bringen. Die Kaapen haben für die Schifffahrt seit dem Bau des "Großen Leuchtturmes" keine Bedeutung mehr.
1878

Beschreibung der Bake
[Die Schiffahrtszeichen an der deutschen Küste, 1878]



Laufende Nummer: 1130
Borkum auf dem Westlande (Kleine Bake)
Geogr. Lage: 53°35´38´´N, 6°39´34´´O
Zweck: Bezeichnet die Einfahrt in das Riffgatt
Beschreibung: Massiver Rohbau
Erkennungsmerkmale: Quadratisches Topzeichen
Höhe der Spitze des Zeichens über Hochwasser: 32,1 m
Höhe der Spitze des Zeichens über Erdboden: 23,4 m
Sichtweite des Zeichens: 13 Sm

1886
   Die kleinste, die "neue oder Riffgat-Bake", steht nordwestlich vom alten Leuchtturm.
1922

Abbruch geplant
[NfS. Nr. 2103 v. 24.6.1922]

   Die Beseitigung der Neuen Bake auf ungf. 53°35,6´N 06°39,8´O ist beabsichtigt.
1923

Abbruch verschoben
[NfS. Nr. 24 v. 6.1.1923] vgl. NfS. 22—2103

   Von der beabsichtigt gewesenen Beseitigung der Neuen Bake auf Borkum
auf ungf. 53°35,6´N 06°39,8´O ist Abstand genommen.
   Die Deckpeilung Neue Bake—Alter Turm rw. 121° (mw. SO 1/4 O) führt
in die Nähe der Ansteuerungs-Heultonne des Riffgats.
2007
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