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Die "Hamburger Elbkarte" aus dem Jahre 1568 (Gezeichnet von Melchior Lorichs)

Grosse Bake (Roshaeck-, Ros-, Roß oder Ross-Bake)

Geogr. Lage: vielfach geändert; ~ 53°52´N 08°42´O    Standort: Rand des festen Ufers auf der Südseite     Errichtet: < 1470     Zerstört: 1801





Im Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 699 März 2008 heißt es:

Die Rossbake, eines der markantesten Seezeichen



   Die Existenz der Rossbake, die auch als Große Bake bezeichnet wurde, ist eng verbunden mit dem Entstehen und Vergehen des Döser und Grodener Neufeldes im Amt Ritzebüttel, das im Jahre 1618 - obgleich bekanntlich nicht dauerhaft - eingedeicht worden ist. Hamburger Vorstellungen entsprechend hatte man am Ausfluss des Ritzebütteler Priels ca. 1,2 km nördlich des jetzigen Hafenkopfes im Jahre 1614 mit dem Bau einer kleinen Hafenanlage begonnen, die mit einer Bake markiert worden war.
   Allerdings ist die damalige Bedeichung zu spät vorgenommen worden, nämlich zu einer Zeit, als der "Anwachs" schon wieder im Abbruch begriffen war, weil die Elbe ihr Flussbett wieder stärker gegen das Ritzebütteler Ufer schob.
Nur 26 Jahre nach der zweiten Bedeichung wurde ein großer Teil des neuen Deiches zurückverlegt. Mit dem stückweisen Verlust des Landes (1741/45) ging gleichzeitig der Verlust an Höfen und Gebäuden einher. Auch der Hafen, die Seesignale und Schleusen mussten verlegt werden. So sind die immer wieder wechselnden Standorte der Rossbake mit den ständigen Veränderungen des Elbufers zu erklären...

Peter Bussler


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1470
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   Neben dem Neuwerker Turm ist die Roshaeck-Bake eines der ältesten Seezeichen an der Elbmündung.
Erstmals bildlich dargestellt ist die Bake mit diesem Namen, die zweite von 5 Baken von der Mündung der Elbe bis Hamburg, in der "Hamburger Elbkarte" aus dem Jahre 1568.

1583






Im Jahre 1583 stand die Roßbake im Ritzebütler Wadt an der Einfahrt nach Ritzebüttel

Aus: "Beschreibung der Seeküsten ..." Waghenaer 1583

1690






In Linie der Roß-Bake und der Grodener-Kirche "St. Abundus" wurde die Lage der Roßbaker Tonne markiert.

Aus: "Nobilissimi Albis Fluvii Ostia nec non Hamburgense" Nicolaes Visscher ll, ca. 1690

1724

   Dem Amtmann Langermann (Amtmann in Ritzebüttel 1721-1727) ist es zu verdanken, dass Ritzebüttel ab 1720 ein erstes Amtssiegel erhielt. Er beantragte beim Hamburger Rat


" ...umb Verordnung eines hiesigen Ambts-Siegels, benothigte Vorstellung gethan, auch verschiedene Modells in Vorschlag gebracht; als ist endlich nachfolgendes Decretum ab Ampliss. Senatu darauff ertheilet worden: ... Placet das Siegel mit der Backe, jedoch daß darauff gesetzet: Ritzebütteler - Ambts -Siegel".


   Abgebildet wurde nicht die Kugelbake, wie oft beschrieben, sondern die Große Bake, welche an der Einfahrt zum alten Hafen stand.
In den folgenden Jahren gab es das Siegel in 4 verschiedenen Formen, die in Größe, Schrift und Bild voneinander abwichen, aber immer mit der Abbildung der Großen Bake.
1725
Im Jahre 1725 begannen die hamburgischen Stackbauarbeiten am alten Döser Seedeich. Um einen standsicheren Unterbau für die Große Bake zu schaffen, wurde das Stackwerk, die heutige Alte Liebe aufgeschichtet und zu einem festen Hafenwerk erweitert.
1731

"Cuxhaven 1731" (gehört zum Gutachten von Spanniger vom Jahre 1731)

1737

Peilungen von See:

Schwarze Tonne No. 9 Hinrich Tammen Haus bey Osten an der großen Baack zu Cuxhaven
Schwarze Tonne No. 10 Die Große Baack kommt bei Hinrich Tammen Haus an den Huck des Teiches
Schwarze Tonne No. 11 Die Große Baack von Cuxhaven, eine Schiffslänge bey Westen der Kugel-Baack

Cuxhaven , September 1737 (Spanniger)

1743






   Die baufällige Bake musste abgebrochen werden.
Eine neue wurde direkt am Tonnenhaus errichtet.

Die Bauzeichnung von 1743 zeigt die mit 39 m Höhe
größte Kape an der deutschen Nordseeküste !.
1775






   Die Admiralitätsflagge am Heck der Galliot kennzeichnet das Schiff als Hamburger Dienstfahrzeug. Es handelte sich um ein zweimastiges gaffelgetakeltes Fahrzeug.
Wichtig war das diese Schiffe sehr schnell, wendig und äußerst seetüchtig waren, da es ihre Aufgabe war, Lotsen auf sehr viel größere Segler zu versetzen.

"Lotz Galliot" auf Reede vor "Kuckshafen" ankernd, Ausschnitt aus "Unser Strom", von J. Bracker, Hamburg

1784

   Der Baugrund des häufig überfluteten Geländes war jedoch ungünstig, so dass sie im April 1784 bei einem Sturm einstürzte, weil an ihrem Fuß die Erde weggespült worden war.

Cuchaven-Ansicht von der Seeseite (Aquatinta-Radierung, entstanden um 1785/90)

1801
Das Ende der Grossen Bake zu Cuxhaven







   Das Ende der Ross-Bake ist in der Datensammlung zur Geschichte des Amtes Ritzebüttel von Hermann Borrman mit dem Datum 3. November 1801 verbunden. Wörtlich heisst es dort:

"Einsturz der sechs Stockwerke hohen Bake auf der Landspitze an der Hafeneinfahrt".

   Aus Kostengründen wurde sie nicht wieder aufgebaut. Auf Betreiben des Senators Wilhelm Amsinck beschloss Hamburg, die Bake durch ein festes Seezeichen mit einem modernen Lampenfeuer zu ersetzen.
1805

1802 bis 1804 wurde für die Rossbake der steinerne Leuchtturm Cuxhaven errichtet.
Der Leuchtenpfahl, der ca. 100 m neben der Mündung stand, war die erste Ansteuerungsleuchte zur Kenntlichmachung des Hafens.
1858

   Bis 1858 wurde noch das Siegel von 1724 mit der Abbildung der Grossen Bake im Amtsgebrauch verwendet, obwohl die Bake schon 57 Jahre verschwunden war.

   Bis zum Ende des "Amtes Ritzebüttel" im Jahre 1937 wurde kein neues Siegelbild mehr entworfen.

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