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Blauort-Bake

Geogr. Lage: 54°9´N-Br., 8°43´O-Lg.    Standort: vor Büsum auf Blauortsand    Errichtet: ~ 1770




"Westertheil des Amptes Haderschleben, Anno 1649"

   Blauort ist ein der deutschen Nordseeküste von Dithmarschen (nahe Büsum) vorgelagerter, unbewohnter Außensand, der etwa 1.200 m in Nord-Süd-Richtung und 500 Meter in Ost-West-Richtung misst. Er ist umgeben von der Sandbank Blauortsand, die im Norden vom Priel Wesselburener Loch und im Süden von der Piep begrenzt ist.
   Der Blauort wandert wie alle unbefestigten Inseln und Hochsände an der Westküste Schleswig-Holsteins stetig ostwärts. Von 1938 bis 1962 bewegte sich der Sand pro Jahr etwa 32 Meter landwärts, zur Zeit beträgt die Entfernung zur Küste rund sechs Kilometer.

   Blauort ragt über das mittlere Tidehochwasser (hier bei 1,83 m ü. NN [2]) hinaus und wird nur bei Spring- oder Sturmfluten vollständig überspült.




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1770
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["Entw., Aufbau und Verwaltung d. Seezeichen-Wesens", A.W. Lang, S.29]
   Um 1770 wird eine Blauort-Kape im Bereich der Eider erwähnt

1869

Breite und Länge der wichtigsten Küstenpunkte, Seestädte, Seemarken, Inseln, Felsen und Untiefen



   

Blauohrt Sand, Bake:

54°9,3´N-Breite, 8°42,0´O-Länge.


["Hanse", Zeitschrift für Seewesen, Nr. 147, v. 15. August 1869]

Rettungsbaken an der Deutschen Küste


1. Jahde-Mündung: Auf dem nördlichen Theile des Minsener-Olde-Oge ...

2. Elb-Mündung: Eine hölzerne Baake auf Schaarhörn Sand ...

3. Schleswig-Holsteinische Westküste

   a) Süder-Piep: Auf Bosch-Sand-Polln ...

   b) Norder-Piep:

Auf Blauort-Sand, einem bei gewöhnlichem Hochwasser grösstentheils trockenen Grunde steht eine feste Baake, die oben mit Querbalken und einer 6 Fuss hohen viereckigen Figur von Flechtwerk versehen ist.
In der für Schiffbrüchige eingerichteten Kammer des oberen Theiles ist Brod und Wasser, sowie eine Flagge zum signalisiren vorhanden.
Höhe 48´, Lage: 54°9´NBr., 8°42´OL.



Dazu wurde die Flagge auf die Bakenspitze emporgezogen.


   c) Mittlerer Hever-Strom: Auf Süderoge-Sand ...

   d) Neue Schmal-Tiefe: Auf dem Sandgrunde Seesand ...

   e) Hörnum oder Vortrap-Tiefe: Auf der hohen Düne bei Hörnum ...

1875

Versetzung der Blauort-Sand-Bake

[Nachrichten für Seefahrer No. 578 v. 25. September 1875]
   Nach Mittheilung der Königlichen Regierung zu Schleswig vom 11. September d. J. hat die Blauortsand-Bake, wegen Fortschwemmung des gleichnamigen Sandes, 300 Met. nach NO zu versetzt werden müssen. Die Gestalt und Höhe der Bake sind dabei nicht verändert worden.
Geogr. Lage: 54°9´36´´Nord-Br., 8°42´34´´Ost-Lg.
Betrifft die Karten: Tit. III. No. 1, 9, 14, 22.

1878

[Die Schiffahrtszeichen an der deutschen Küste, 1878]

Laufende Nummer: 658
Blauortsand
Geogr. Lage: 54°9´36´´N, 8°12´34´´O
Zweck: Seemarke, bezeichnet den Blauortsand
Beschreibung: Hölzerne Bake mit einem würfelförmigen, 1,7 m hohen Kasten aus Flechtwerk.
Erkennungsmerkmale: Schwarz
Höhe der Spitze des Zeichens über Hochwasser: 15,2 m
Höhe der Spitze des Zeichens über Erdboden: 14,6 m
Sichtweite des Zeichens: 10 Sm



"Die Mündungen der Jade, Weser & Elbe"
Hydrogr. Bureau der Kaiserlichen Admiralität, 1878


1888

Berichtigte Lage der Blauort-Sand-Bake


[Nachrichten für Seefahrer No. 1737 v. 29. September 1888]
   Nach einem Berichte des Kommandanten S.M.S. "Albatross", Kapt.-Lieut. Hartmann, liegt die Blauort-Sand-Bake in: 54°9´37´´N, 8°42´45´´O
Kart. III: 9 (D. 61), 17 (D. 87), 22 (D. 49)

1891

Zerstörung der Blauort Sand-Bake

[Nachrichten für Seefahrer No. 242 v. 31. Januar 1891]
   Nach einer Mittheilung des Wasserbau-Inspektors zu Tönning vom 23. Januar d. J. ist die Bake auf Blauort Sand bei Büsum am 14. Januar d. J. während eines heftigen Nordsturmes bei hohem Wasser und starkem Eisgange niedergedrückt und zerstört worden.
Kart. III: 9 (D. 61), 14II (D. 50a), 17 (D. 87), 22 (D. 49).

Wiedererrichtung der Blauort Sand-Bake

[Nachrichten für Seefahrer No. 2369 v. 7. November 1891]
   Nach einer Mittheilung des Wasserbau-Inspektors zu Tönning vom 3. November d. J. ist an Stelle der im letzten Winter zerstörten Bake auf Blauort Sand (vgl. No. 242 d. diesj. NfS.) eine neue Rettungsbake errichtet worden. Dieselbe hat eine Höhe von 21 m und steht ca 500 m in NO von der Stelle der zerstörten Bake.
Kart. III: 9 (D. 61), 14a (D. 50a), 17 (D. 87), 22 (D. 49).

1895

Geographische Lage der Bake auf Blauort-Sand bei Büsum

[Nachrichten für Seefahrer No. 2007 v. 17. August 1895]
   Nach Mittheilung des Kommandanten S.M.S. "Albatross" befindet sich die im Jahre 1891 wieder errichtete Bake auf Blauort Sand in: 54°9´35,4´´N, 8°43´11,3´´O
(vgl. No. 2369 d. NfS 1891)

1898

[Segel-Hb. Nordsee, 1898, S.129]
Blauort-Sand-Bake
   an der Nordseite des Norder-Pieps in 54°9´35´´N-Br. und 8°43´11´´O-Lg. 5,5 Sm von Büsum stehend, ist 21 m hoch und besteht im obersten Theil aus Lattenwerk, welches ein auf der Spitze stehendes Dreieck zeigt, auf dessen gegenüberliegender Seite ein quadratförmiges Toppzeichen ruht.

Rettungsbaken
   In den Baken auf Süderoog-Sand, Blauort-Sand und Busch-Sand finden Schiffbrüchige im Bedarfsfalle Unterkunft und die notwendigsten Lebensmitteln. Diese Baken haben in genügender Höhe je einen abgeschotteten Raum, der Schutz gegen die Witterung bietet und zu welchem eine Leiter hinaufführt. In dem Raume wird Hartbrot, Wasser, Stroh und eine Flagge aufbewahrt. Letztere ist, um sich bemerkbar zu machen, von den Schiffbrüchigen aufzustecken und zu zeigen.
   Für die Unterhaltung dieser Gegenstände sorgen die Tonnenleger, die diese Baken, wenn angängig, monatlich revidieren. Die Baken haben ein dunkles Aussehen, wodurch sie sich am besten von den Wattflächen abheben und daher an der niedrigen Küste auch vorzügliche Landmarken für die Schiffahrt abgeben.


1901

Neue Sandbank

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 1057 v. 11. Mai 1901]
   Nach Mittheilung der Wasserbauinspektion in Tönning hat sich in der Norderpiep an der Südseite des Fahrwassers unterhalb der Blauortsand-Bake eine Sandbank gebildet, welche sich ungefähr bis zur Mitte des Fahrwassers erstreckt und durch zwei rothe Spierentonnen mit der Aufschrift "A" und "B" bezeichnet worden ist.
Krt. III: 9 (D. 61), 14 (D 50), 22 (D. 49); Segelhdb. B. III: 213 (Segel-Handbuch für die Nordsee, I. Theil, 3. Heft), 1898, Seite 129.

1909

Ausschnitt von 1909


1919

Bake, Zeitweilige Errichtung

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 2000 v. 12. Juli 1919]
   Im Norderpiep ist auf dem Blauort-Sand zu Vermessungszwecken eine etwa 10 m hohe Stangenbake mit drei Flaggen und darüber einem Busch errichtet.
Ungf. Lage: 54°10,1´N, 8°36,6´O.
Krt. III: 9 (D. 61), 10 (D 105), 16 (D. 163), 22 (D. 49).

1921

Bake, Zerstörung

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 1745 v. 14. Mai 1921]
   Die Blauortsand-Bake auf ungf. 54°9,6´N, 8°43,2´O ist durch Feuer zerstört.
Shb. Nordsee O 1917 S. 312

Behelfsbake geplant

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 3476 v. 17. September 1921]
An Stelle der zerstörten Blauort-Sand-Bake auf ungf. 54°9,6´N, 8°43,2´O wird demnächst eine schwarze, 20,5 m über dem Boden und 18,5 m über Hochwasser hohe Behelfsbake errichtet werden. Diese wird eine Spierenbake mit vier Streben sein, die an der Spitze ein 2,4 m hohes Toppzeichen von 2,4 m Durchmesser trägt, dessen obere Hälfte zylindrisch ist, während die untere Hälfte aus einem Kegel, Spitze unten besteht.
Vgl. N.f.S. 21--1745
Krt. III 1 (D.102), 2 (D. 44), 3a (D. 112), 9 (D. 61), 10 (D. 105), 14 (D. 50), 22 (D. 49); Shb. Nordsee O 1917 S. 312

Behelfsbake errichtet

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 3740 v. 8. Oktober 1921]
An Stelle der zerstörten Blauort-Sand-Bake auf ungf. 54°9,6´N, 8°43,2´O ist die Behelfsbake gemäß N.f.S. 21--3476 errichtet worden.
Krt. III 1 (D.102), 2 (D. 44), 3a (D. 112), 9 (D. 61), 10 (D. 105), 14 (D. 50), 22 (D. 49); Shb. Nordsee O 1917 S. 312

1922

Bake, Zerstörung

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 772 v. 11. März 1922]
1.    Die Behelfsbake auf Blauortsand auf ungf. 54°9,6´N, 8°43,2´O ist durch Eisgang zerstört worden.
   Eine neue Bake wird an dieser Stelle nicht wieder errichtet werden.
Vgl. NfS. 21--3740.
2.    ...
Shb. Nordsee O 1917 S. 75, 261, 312, 313


1927

Trigonometrische Signale

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 3868 v. 3. September 1927]
   Auf Blauort auf ungf. 54°10´N, 8°42´O und auf Trischen auf ungf. 54°3,7´N, 8°39,7´O sind vorübergehend trigonometrische Signalgerüste errichtet worden.
   Vor einer Verwechslung mit den Seezeichen wird gewarnt.
Shb. Nordsee O 1922 S. 245, 246


1928

Trigonometrisches Signalgerüst abgebrochen

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 3070 v. 25. August 1928]
Frühere NfS.: 27/3868 wird hierdurch aufgehoben.
Geogr. Lage: Ungef. 54°3,7´N, 8°39,7´O
Angaben: Das auf Trischen errichtete Signalgerüst ist abgebrochen,
Shb. Nordsee O 1922 S. 245, 246 und Erg. 1928

1931

Bake beabsichtigt


[Nachrichten für Seefahrer Nr. 1279 v. 18. April 1931]
Zeit der Ausführung: Im April 1931; weitere Nachricht folgt
Angaben: Zur Bestimmung von Schiffsorten und Tonnenpositionen in den Pieps und der Eider wird auf dem Blauortsand eine schwarze, 20,5 m über dem Erdboden und etwa 21 m über mittlerem Hochwasser hohe, hölzerne Bake errichtet werden. Sie wird aus einem Mittelständer und vier Eckständern, die gegeneinander verstrebt sind, bestehen und an der Spitze ein Kegeltoppzeichen von 5,5 m Höhe und 8,3 m Durchmesser, Spitze oben, erhalten.
Shb. Nordsee O 1922 S. 245


Bake errichtet

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 1456 v. 25. April 1931]
Frühere NfS.: 31--1279
Geogr. Lage: 54°9´44,5´´N, 8°42´11,5´´O
Karteneintragung: Bk.
Angaben: Zur Bestimmung von Schiffsorten und Tonnenpositionen in den Pieps und der Eider wird auf dem Blauortsand eine schwarze, 20,5 m über dem Erdboden und etwa 21 m über mittlerem Hochwasser hohe, hölzerne Bake errichtet werden. Sie besteht aus einem Mittelständer und vier Eckständern, die gegeneinander verstrebt sind, und hat an der Spitze ein Kegeltoppzeichen von 5,5 m Höhe und 8,3 m Durchmesser, Spitze oben.
Shb. Nordsee O 1922 S. 245

1936

Signaltürme errichtet

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 2332 v. 30. Mai 1936]
Geogr. Lage:

a) Ungef. 54°9´45´´N, 8°42´4´´O,
südöstlich von der Blauort--Bake.

b) Ungef. 54°3´10´´N, 8°40´6´´O,
etwa 7 Kblg südsüdöstlich von der Trischen--Bake.

Angaben: An diesen Orten ist je ein etwa 15 m hoher, pyramidenförmiger, hölzerner Signalturm für Vermessungszwecke errichtet. Die Türme werden ohne weitere Nachricht beseitigt.

Signaltürme

[Nachrichten für Seefahrer Nr. 5389 v. 28. November 1936]
Frühere NfS.: 36--2332 Geogr. Lage:

a) 54°9´45´´N, 8°42´4´´O,
Angaben: Der Signalturm auf Blauort-Sand ist vom Sturm zerstört .

b) 54°3´10´´N, 8°40´6´´O,
Angaben: Der Signalturm auf Trischen bleibt bis auf weiteres stehen.


1954

Blauort-Sand-Bake zerstört

[WSA Tönning, 28. XII. 1954; (Nachrichten für Seefahrer Nr. 4942 v. 31. Dezember 1954)]
Geogr. Lage: Ungef. 54°9,8´N, 8°42,1´O, an der N-Seite des Norderpiep
Angaben: Die Bake ist zu streichen.
Krt. D.105, D.61, D.49, D.50, D.102 S-Blatt; Shb. Nordsee O 1949 S. 305.

1956

Blauort-Sand-Bake wieder errichtet

[WSA Tönning, 18. IX. (81), 3. X. + 22.XII. 1956 ; (Nachrichten für Seefahrer Nr. 3515 v. 22. September + NfS. 3772/56)]
Frühere NfS.:54--4942 + 56--3515 (P).
Neue geogr. Lage (bericht. Lage NfS. 4928/56): 54°10´00´´N, 8°42´41´´O, an der N-Seite des Norderpiep
Karteneintragung: Bk.
Beschreibung: 20 m hohe, viereckige, offene schwarze Holz-Gitterbake mit schwarzem Kegeltoppzeichen, Spitze oben.
Angaben: Die Peilbake ist in der früheren Bauart an dem neuen Standort aufgestellt worden.
Krt. D.105, D.61, D.49, D.50, D.102 S-Blatt; Shb. Nordsee O 1949 S. 305 und Nachtrag 1955.

1979

["Die Nordseeküste, Teil I -Elbe bis Sylt", K.H. Neumann, 1979]
   "Blauortsand" heißt ein breiter Wattrücken zwischen Norderpiep und Eidermündung. Ein 2,5 km langes Stück dieses Wattrückens ist höher als mittleres Hochwasser. Dicht westlich davon steht die 20 m hohe Blauortsand-Bake.
   Der Wattrücken Blauortsand ist landein von der Bake bis 2,7 m über Kartennull hoch. "

1979
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Foto: www.buesumfan.de

   Nach 1979 wurde diese Bake niedergelegt.
Auf Blauortsand steht nur noch eine einfache eiserne, ca. 15 m hohe Spierenbake mit Kegel-Toppzeichen als Radarreflektor.

Ausschnitt von 2010


Seit 1985 ist Blauort, das zu den wenigen weitgehend naturbelassenen Lebensräumen an der Küste zählt und von großer Bedeutung für Seevögel und Seehunde ist , Teil der Schutzzone I des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.
   In den Sommermonaten werden geführte Wattwanderungen zum Blauortsand von Büsum und Wesselburen aus angeboten.

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